Georgien

Hurra, endlich darf ich über diesen "total innovativen" Song reden. Es geht um einen Wasserfall! Nein, wie toll!!! Und alles im Schatten des Ralf Siegels des 21. Jahrhunderts Thomas Gustafsson. In diesem Jahr macht's der Schwerenöter also mit Georgien und nicht mit Spanien oder Skandinavien, wie sonst. Auffällig bei diesem Song: Die ganzen Resttexte, die er aus seinen bisherigen Beiträgen mangels Platz outsourcen musste, finden jetzt in diesem Song wieder Verwendung:

 

Wie in (fast) jedem Jahr bekommen wir von Georgien auch 2013 mal wieder eine klassische Ballade geliefert, die so austauschbar ist, wie all die vorherigen. 2007 nahm Georgien erstmals bei einem Eurovision Song Contest teil. Von den sechs georgischen Beiträgen wurden insgesamt vier von einer Sopho gesungen, so wie auch in diesem Jahr. Georgien ist also nicht nur ideenlos, was die Musik angeht, sondern auch bei weiblichen Vornamen. Mit innovativen Ideen war Georgien bislang recht vorsichtig. Nur 2011 mit der Rockband Eldrine und dem Song "One more day" und 2012 mit Anri Jokhadze und "I'm a joker" gab es mal andere Farben aus Georgien zu bewundern. Einmal mit Erfolg, einmal ohne! Beides aber zurecht! Der diesjährige Beitrag wird auch "zurecht" wieder ins Finale einziehen, egal ob ich es will oder nicht.

Also hier nun die Bewertung von "Waterfall":

Ich hasse Beiträge, die von vorne bis hinten dermaßen durchinszeniert sind, dass eine Finalqualifikation nur noch Formsache ist. Weil eben solche Song die Plätze im Finale blockieren, müssen Länder die mutig genug sind, innovativere Wege beim ESC zu gehen und sich teilweise jährlich neu erfinden (wie beispielsweise die Niederlande, Belgien oder Kroatien), auf die Finalteilnahme verzichten. Eben nicht weil deren Songs "besonders schlecht" sind, sondern weil sie von der ESC-Community als zu ungewöhnlich empfunden werden. Songs wie "Waterfall" erwartet man leider immer beim ESC, wodurch solche Songs auch immer problemlos ins Finale kommen. Solche Songs sorgen aber auch dafür, dass der Song Contest als piefige und konservative Veranstaltung daherkommt und nicht als moderner und weltoffener Gesangswettbewerb gesehen wird. Soviel zur Charakteristik des Songs, jetzt mal in medias res:
Wie schon erwähnt sind die Lyrics des Songs ein "Best of" bzw. ein "Worst of" der, noch nicht verbratenen, Wendungen aus früheren Beiträgen von Thomas G:sson. Ein Sammelsurium von Allgemeinplätzen, die immer wieder genau so oder sehr ähnlich in solchen Songs zu finden sind. Das einzige Wort, was wenigstens etwas neu scheint, ist eben "Waterfall". Auch wenn die Bilder, in denen dieses Wort eingebaut wurde, nicht unbedingt glücklich zusammengestellt wurden. Die Melodie ist, wie nicht anders zu erwarten, weil sie sich eben (leider) an vielen Vorbildern anlehnen kann, natürlich extrem stark. Das muss ich leider auch bei meiner Bewertung beachten. Instrumental gibt's dann aber wieder größere Abzüge, weil keine Instrumente vorkommen, die eine besondere Erwähnung verdienen. Wir hören ausschließlich klassische ESC-Instrumente. Laaaaaangweilig!!!!!!!!
Das Video strotzt nur so von Bombast: Bombastische Naturaufnahmen, bombastische Gesten und die bombastische Windmaschine, die von der ersten bis zur letzten Sekunde in Dauerrotation läuft, darf bei so einem Song nun wahrlich nicht fehlen. Aber ein zu erwartenes Bild fehlt im Video: Der Wasserfall. Das Video ist eine einzige "Effekthascherei", damit der Zuseher am Ende denkt: "Joah, dat is wat, wa". Bleibt nur zu hoffen, dass viele von den ESC-Fans diese Tatsache durchschauen
und sich nicht von den Bildern blenden lassen. Aber leider wurde auch beim Siegertitel 2012 mehr Augenmerk auf die Bilder, als auf den Gesang gelegt. Bleibt nur noch das Auftreten der Künstler zu beurteilen. Um ein guter Sänger bzw. eine gute Sängerin zu sein muss man auch zu einem gewissen Grad schauspielerische Fähigkeiten vorweisen können. Ansonsten wird einem sein Song nicht abgenommen. Leider haben Nodi & Sophie, wenn sie auch sehr sympathisch erscheinen, diese Fähigkeit nicht. Ich nehme ihnen an keiner Stelle ab, dass sie ein Liebespaar darstellen sollen. Darum fehlt in diesem Teilbereich auch einiges zur Spitze. Zusammengefasst siet das Urteil so aus:


ZEUGNIS:

Text: 4 -

Melodie: 2 +

Instrumentalisierung: 3 -

Video: 4

Auftreten der Künstler: 5 +


GESAMTNOTE: 4 +

 


Nur noch Morgen und Übermorgen und dann können wir mit dem Zweiten Semifinale abschließen!! Morgen kommen wir zu TAKASA (The Artists Known As Salvation Army). Die mussten sich tatsächlich so umbenennen. Die Eidgenossen kommen in weiß und mit dem ältesten Contest-Teilnehmer aller Zeiten nach Malmö! "You and me" heißt der Song  und darum geht's dann Morgen. Bis denn!

ZZ